Detergenzienverordnung

Was ist die Detergenzienverordnung?

Die Europäische Detergenzienverordnung, auch Verordnung (EG) Nr. 648/2004 über Detergenzien genannt, wurde am 31. März 2004 durch das Europäische Parlament und den Europäischen Rat verabschiedet. Diese Verordnung ersetzte die bisher geltenden fünf Richtlinien für die biologische Abbaubarkeit grenzflächenaktiver Stoffe in Detergenzien. Am 8. Oktober 2005 trat die Detergenzienverordnung dann in Kraft. Die Detergenzienverordnung soll die bereits geltenden Vorschriften für das Inverkehrbringen von Tensiden und Detergenzien harmonisieren. Das Ziel der Verordnung ist die Gewährleistung des Binnenmarktes im Bereich der Detergenzien.

Bereits seit den siebziger Jahren verfolgt die Europäische Union das politische Ziel, eine Lösung für die Umweltprobleme zu finden, die von grenzflächenaktiven Stoffen erzeugt werden. Auf dieser Basis wurde die Detergenzienverordnung ausgearbeitet.

In Deutschland wurde das bisher bestehende Wasch- und Reinigungsmittelgesetz am 29. April 2007 an die Europäische Detergenzienverordnung angepasst.

Folgende Bereiche werden von der Detergenzienverordnung geregelt:

– Begriffdefinitionen für Detergenzien

– welche Anforderungen an die biologische Abbaubarkeit von Tensiden in Detergenzien gelten,

– welche Ausnahmeregelungen es bei Inverkehrbringen von Tensiden gibt, welche die strengen Anforderungen an die biologische Abbaubarkeit nicht ganz erfüllen,

– welche Kennzeichnungsvorschriften für Detergenzien gelten

– und wie die Informationsvorschriften der Hersteller geregelt sind.

Detergenzien sind nach der Begriffdefinition Stoffe oder Zubereitungen, in denen Tenside zu Wasch- und Reinigungszwecken enthalten sind. Dazu zählen unter anderem Waschmittel, Waschhilfsmittel, Putzmittel, Spülmittel oder Weichspüler. Nach der Begriffsdefinition sind Tenside grenzflächenaktive Stoffe, die aufgrund ihrer hydrophilen und hydrophoben Gruppen im Molekül die Oberflächenspannung des Wassers verringern und dadurch Emulsionen von nicht wasserlöslichen Flüssigkeiten wie Ölen in Wasser bilden können.

Die Detergenzienverordnung stellt hohe Anforderungen an die biologische Abbaubarkeit der Tenside. Das hohe Umweltschutzniveau bezüglich der Detergenzien muss sichergestellt sein. Dazu ist es erforderlich, dass die Produkte umweltfreundlich und sehr gut biologisch abbaubar sind. Ökologische Reinigungsmittel erfüllen diese Anforderungen im vollen Umfang. Die Verordnung begünstigt daher auch den Einsatz von Tensiden, die auf der Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden wie unter anderem der Zuckertenside.

Allerdings ist es oft noch immer notwendig, auch Tenside einzusetzen, die nicht so gut biologisch abbaubar sind. Dazu zählen unter anderem die synthetisch hergestellten Alkylbenzolsulfonate, die aufgrund ihrer hohen Waschkraft nicht so leicht vollständig ersetzt werden können. Die Detergenzienverordnung enthält daher auch Regelungen, die Ausnahmegenehmigungen zulassen.

Eine weitere wichtige Regelung der Detergenzienverordnung beinhaltet die Kennzeichnungspflicht der Inhaltsstoffe. So müssen auf der Verpackung alle Inhaltsstoffe geordnet nach Gewichtsanteilen angegeben werden. Der Hersteller ist nach der Europäischen Detergenzienverordnung auch verpflichtet, auf der Internetseite des Produktes alle Inhaltsstoffe nach Größe des Gewichtsanteiles zu veröffentlichen. Diese Angabe erfolgt im sogenannten INCI-Code, was Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe bedeutet. Auf der Verpackung ist dann der Link für diese Produktinformation zu finden.

Wichtig sind bei der Kennzeichnung auch Informationen über die einzelnen Inhaltsstoffe. So ist es selbstverständlich notwendig, über eventuell gesundheitsgefährdende oder Allergie auslösende Stoffe zu informieren. Für jeden Inhaltsstoff muss ein Sicherheitsdatenblatt vorhanden sein, welches die Hersteller den Behörden und dem medizinischen Personal bereithalten müssen. Dabei müssen die Adresse, die Telefonnummer und die E-Mail-Adresse vorliegen, unter welcher dieses Datenblatt angefordert werden kann. Die Kennzeichnungspflicht beinhaltet auch die Angabe des Namens und Handelsname des Produktes, das Warenzeichen, den Namen sowie Anschrift des Händlers und die Anschrift und Telefonnummer des Herstellers.