Entschäumer

Was sind Entschäumer?

Eine starke Schaumbildung beim Wasch- oder Reinigungsvorgang ist meist sehr störend und kann sogar den Reinigungsprozess negativ beeinflussen. Um den Schaum zu reduzieren oder die Schaumbildung von vornherein zu unterdrücken, werden sogenannte Entschäumer eingesetzt.

In der Lebensmitteltechnologie werden die Entschäumer als Schaumverhüter bezeichnet. So finden bei der Herstellung vieler Lebensmittel Prozesse mit unerwünschter Schaumbildung statt, die auf die Anwendung von Schaumverhütern angewiesen sind.

Welche Arten von Entschäumern gibt es?

Entschäumer stellen keine einheitliche Stoffgruppe dar. Heute werden größtenteils noch silikonhaltige Entschäumer eingesetzt. Im Rahmen der grünen Chemie findet verstärkt eine Suche nach Entschäumern oder Schaumverhütern statt, die silikonfrei sowie biologisch abbaubar sind und sogar auf der Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden können.

Silikonhaltige Entschäumer

Silikonentschäumer enthalten als Hauptwirkstoff Polysiloxane. Allerdings wirken nicht alle Polysiloxane entschäumend. Manche stabilisieren den Schaum sogar. Voraussetzung für die destabilisierende Wirkung auf Schaum ist die Unlöslichkeit des entsprechenden Polysiloxans im flüssigen Medium. Universalentschäumer werden meist auf Silikonbasis hergestellt.

Silikonfreie Entschäumer

Es gibt eine Vielzahl von silikonfreien Substanzen, die auch eine entschäumende Wirkung besitzen. Allerdings handelt es sich auch da nicht immer um umweltfreundliche Produkte. Manche silikonfreie Entschäumer sind ebenfalls Polypolymere wie Kieselsäure, Polyamid, Polyharnstoff oder Polymere auf Acrylbasis. Für lösemittelhaltige Systeme eignen sich besonders unpolare und verzweigte Polymere.

Aber auch viele organische Verbindungen wie unter anderem höherkettige Alkohole oder Glyzeride können als Entschäumer oder Schaumverhüter in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden.

In Wasch- und Reinigungsmitteln werden als waschaktive Substanzen Tenside eingesetzt. Tenside sind oberflächenaktive Substanzen, welche die Oberflächenspannung von Wasser herabsetzen. Aufgrund dieser Tatsache kann die beim Wasch- oder Reinigungsprozess in das wässrige Medium eingetragene Luft nur noch schlecht entweichen, weil sich um die Luftblase jeweils ein stabiler Flüssigkeitsfilm bildet. Es kommt zur Schaumbildung. Entschäumer können diese Stabilität des Flüssigkeitsfilmes jedoch verringern.

Es gibt aber auch Tenside, die von Beginn an nur schwach schäumen. Zu diesen Tensiden zählen unter anderem die Fettalkoholethoxylate. Es handelt sich um eine größere Gruppe von nichtionischen Tensiden, die mehr oder weniger gut biologisch abbaubar sind und sowohl synthetisch als auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden können. Zum großen Teil sind es umweltfreundliche Tenside. Tenside auf der Basis von Fettalkoholethoxylat werden heute immer öfter zusätzlich in Wasch- und Reinigungsmitteln zur Schaumreduzierung eingesetzt.

Wirkungsweise der Entschäumer

Es werden verschiedene Wirkmechanismen angenommen, die zur Destabilisierung eines schäumenden Systems durch Entschäumer führen können. Entschäumer sind sehr häufig ölige Substanzen, deren Tröpfchen sich auf der Oberfläche der Flüssigkeit sehr schnell ausbreiten können (Spreitung). Durch diese Spreitung verringert sich dort der Anteil der schäumenden Fläche. Die Schaumbildung wird reduziert oder bestehender Schaum zerstört.

Anwendung von Entschäumern

Entschäumer werden überall dort angewendet, wo eine intensive Schaumbildung stattfindet und stört. Da silikonhaltige Entschäumer die beste Wirkung zeigen, werden sie heute noch sehr häufig in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt. Immer häufiger enthalten manche Reiniger aber auch Entschäumer auf silikonfreier Basis. Eine gute Alternative für Entschäumer in Wasch- und Reinigungsmitteln stellt der Einsatz von schwach schäumenden Fettalkoholethoxylaten dar.