Grüne Lösemittel und Grüne Lösungsmittel

Lösemittel oder Lösungsmittel stellen meist flüssige Verbindungen dar, die aufgrund ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften feste, flüssige oder gasförmige Stoffe lösen können. Im Laborbereich und der Forschung wird von Lösungsmitteln gesprochen, während sich in der Großchemie der Begriff Lösemittel durchgesetzt hat. Bei der Interaktion von Lösemitteln mit dem gelösten Stoff finden keine chemischen Reaktionen untereinander statt. Die Lösemittel fungieren lediglich als flüssige Medien für verschiedene Substanzen. Hier ermöglichen sie aber unter anderem chemische Reaktionen und Umsetzungen von gelösten Verbindungen. Viele Reaktionen sind nur in Lösung möglich. Dabei nehmen die Lösungsmittel jedoch nicht an diesen Reaktionen teil und bleiben somit unverändert bestehen. Außerdem können manche Wirkstoffe ihre Wirksamkeit nur im gelösten Zustand entfalten. Das bekannteste Lösemittel ist Wasser. Alle biochemischen Reaktionen laufen im Medium Wasser ab.

Lösemittel spielen aber auch in der chemischen Industrie zur Unterstützung von chemischen Prozessen, im Haushalt vor allem in den Reinigungsmitteln sowie in vielen weiteren Bereichen der Volkswirtschaft eine große Rolle. In diesen Bereichen kommen vor allem organische Lösemittel zur Anwendung. Ein bekanntes Lösungsmittel ist unter anderem Aceton. In vielen Bereichen der chemischen Industrie dient es zwar als Ausgangsstoff für vielfältige chemische Umsetzungen. In kleineren Mengen wird es aber auch als Lösungsmittel für Fette, Öle, Harze und einige andere Substanzen verwendet.

Was sind grüne Lösungsmittel oder grüne Lösemittel?

Auch für grüne Lösemittel oder grüne Lösungsmittel gilt zunächst, dass sie flüssige, feste und gasförmige Substanzen auflösen können. Allerdings stehen ihre Eigenschaften, ihre Herstellung und ihre Anwendung im Einklang mit dem Konzept der Grünen Chemie. Wie bereits erwähnt, basiert die Grüne Chemie auf den zwölf Prinzipien der Grünen Chemie von Anastas und Warner. Diese zwölf Prinzipien der Grünen Chemie beziehen sich sowohl auf den Herstellungsprozess als auch auf die Eigenschaften von chemischen Verbindungen. Ein Grundprinzip besagt, dass bei chemischen Prozessen sichere Lösungsmittel verwendet werden sollen. Sicher bedeutet unter anderem ungefährlich und ungiftig. Des Weiteren ist in den Grundprinzipien auch festgelegt, dass verstärkt der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen gefordert wird. Als Ausgangsstoffe müssen daher für die Herstellung von grünen Lösemitteln oder grünen Lösungsmitteln nachwachsende Rohstoffe dienen. Aus diesem Grund sind grüne Lösungsmittel oder grüne Lösemittel stets umweltverträglich und biologisch abbaubar. Bei der Herstellung von grünen Lösemitteln oder grünen Lösungsmitteln wird verstärkt darauf geachtet, dass der Produktionsprozess immer effektiver gestaltet wird, indem beispielsweise gezielt wiederverwendbare Katalysatoren verwendet werden.

Zusammenfassend gelten für die grünen Lösemittel oder grünen Lösungsmittel folgende Eigenschaften:

  • Die grünen Lösungsmittel sind biobasierte Lösemittel. Das heißt, sie werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.
  • Aus diesem Grund sind grüne Lösemittel biologisch abbaubare Lösemittel und umweltverträgliche Lösemittel.
  • Einige grüne Lösemittel sind kennzeichnungsfreie Lösemittel.
  • Der Herstellungsprozess für grüne Lösemittel ist sehr effektiv und erfordert wenig Energie.

Anwendungen für grüne Lösungsmittel oder grüne Lösemittel

Grüne Lösungsmittel sind vielfältig einsetzbar. Überall, wo organische Lösungsmittel zum Einsatz kommen, ist auch deren Ersatz durch grüne Lösemittel möglich. Wie bereits erwähnt, stellt Aceton ein vielfältig eingesetztes und besonders leistungsfähiges Lösemittel dar. Bestimmte grüne Lösemittel können ebenfalls zum Ersatz für Aceton eingesetzt werden, wenn sie in der Lage sind, Fette, Öle, Harze, Celluloseacetat oder Kolophonium zu lösen.