RSPO

Was ist RSPO?

RSPO bedeutet Roundtable on Sustainable Palm Oil (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl). Die Organisation wurde im Jahre 2004 auf Initiative des WWF in Zürich gegründet, um nachhaltige Methoden zum Anbau von Palmöl zu fördern. Dazu vergibt der RSPO ein Siegel an Hersteller, welche sich an die Prinzipien der nachhaltigen Methoden zur Produktion von Palmöl halten. Gründungsmitglieder des RSPO waren neben dem WWF, das Unternehmen Unilever, der malaysische Palmölverband (MPOC), Migros und der internationale Pflanzenölverarbeiter AAK. Die Geschäftsstelle für die operativen Geschäfte des Vereins befindet sich in Malaysia.

Die überwiegende Zahl der Mitglieder der RSPO stammt aus der Wirtschaft, wobei die meisten in den Bereichen der direkten Lieferkette von Palmöl tätig sind. Mitglieder aus den übrigen Wirtschaftssektoren sind Organisationen, die sich mit der Finanzierung der Projekte beschäftigen. Den kleinsten Anteil der Mitglieder bilden Entwicklungs- und Umweltorganisationen.

Palmöl

Palmöl ist ein natürliches Öl, welches aus dem Fruchtfleisch der Palmfrüchte gewonnen wird. Es wird zusammen mit Palmkernöl in verschiedenen Bereichen verwendet. Das Haupteinsatzgebiet ist die Nahrungsmittelindustrie für die Herstellung von Margarine sowie Salat- und Kochölen.

Eine immer größere Verwendung findet Palmöl aber auch bei der Produktion von Wasch- und Reinigungsmitteln. Besonders ökologische Reinigungsmittel enthalten Tenside, die auf der Basis von nachwachsenden Rohstoffen wie Palmöl hergestellt werden.

Die Gewinnung von Palmöl ist nicht automatisch nachhaltig. Für die Produktion von nachhaltigem Palmöl müssen nach dem RSPO acht Prinzipien erfüllt sein, die jeweils wiederum bis zu elf Kriterien enthalten.

Die acht Prinzipien des RSPO

Folgende Prinzipien wurden vom RSPO festgelegt:

  1. Die Produktionskette von Palmöl muss transparent sein.
  1. Die Einhaltung von Gesetzen und rechtlichen Bestimmungen ist Voraussetzung. Dazu gehört unter anderem die rechtmäßige Nutzung der Anbauflächen.
  1. Die Produktion von Palmöl muss langfristig wirtschaftlich tragbar sein.
  1. Voraussetzung ist auch die Anwendung von umweltfreundlichen und bewährten Methoden, welche die Bodenfruchtbarkeit wahrt, Erosion vermeidet und den Einsatz von Agrochemikalien einschränkt.
  1. Natürliche Ressourcen und Biodiversität sind zu wahren.
  1. Soziale Verantwortung gegenüber den Angestellten und Berücksichtigung der Interessen von betroffenen Personen und Gemeinden ist verpflichtend.
  1. Neue Anbaugebiete müssen verantwortungsvoll erschlossen werden.
  1. Zu den Prinzipien gehört auch das Bekenntnis zu ständigen Verbesserungen in den Hauptarbeitsgebieten.

Zertifizierung

Für die Feststellung der Einhaltung der Prinzipien und Kriterien wurde vom RSPO ein Zertifizierungssystem entwickelt. Bei der Zertifizierung der Produkte werden folgende Wege eingeschlagen:

Identity Preserved

Identity Preserved bedeutet Identitätssicherung, indem das zertifizierte Öl bis zur ursprünglichen Plantage zurückverfolgt wird. Diese Produkte können das Logo “zertifiziert” oder “Dieses Produkt enthält zertifiziertes, nachhaltiges Palmöl.“ erhalten.

Segregation

Segregation ist die strikte Trennung von zertifiziertem und nicht zertifiziertem Palmöl. Dabei kann das zertifizierte Palmöl dann aus verschiedenen Quellen stammen und ebenfalls das oben beschriebene Logo bekommen.

Mass Balance

Können zertifizierte und nicht zertifizierte Produkte nicht getrennt verarbeitet werden, kann auch ein RSPO-Logo mit dem Zusatz “gemischt” vergeben werden.

Book and Claim

Book and Claim ist ein Zertifikatehandel, bei dem Unternehmen Zertifikate für die entsprechende Menge nicht zertifiziertem Palmöl kaufen können. Diese Produkte können das Green-Palm-Logo mit dem Zusatz “Trägt zur Herstellung von zertifiziertem nachhaltigen Palmöl bei“ erhalten.